Die Künstler

The Tamlins (Harmoniegesangs-Trio)
The Tamlins, bestehend aus (von links nach rechts) Derrick Lara, Junior Moore und Carlton Smith, traten erstmals 1970 in Nachtclubs auf und gewannen 1972 den Preis für die bemerkenswerteste Gruppe („Most Outstanding Group“) in Jamaika. Diese Auszeichnung öffnete ihnen viele Türen. Kurz danach unterzeichneten The Tamlins einen Plattenvertrag mit einem der damals führenden Studios in Jamaika, Dynamic Sounds. Aus dieser Zusammenarbeit entstand „Thick and Thin”, eine Ballade, die nicht nur in Jamaika Anklang fand, sondern auch das Interesse ausländischer Labels wie Atlantic und Polydor weckte. 1974 wurde ihr erstes Album mit dem Titel „Black Beauty” von Dynamic Sounds und State Recording in England veröffentlicht. Danach machten sie Aufnahmen für Channel One, was zu einer Reihe von Hits wie „Hard to Confess” (ein früher Rocksteady-Song), „That’s Life”, „Thinking” und „Sweat for You Baby” sowie dem zweiten Album der Gruppe, „Tamlins Greatest Hits” führte. 1979 veröffentlichten sie „Ting-A-Ling” beim Hawkeye-Plattenlabel in London. „Ting-A-Ling” wurde ein Nr. 1-Hit in den Black Echoes Chart und schaffte es ausserdem in die Top 10 verschiedener anderer Charts. Ihr perfekter Chorgesang war so gefragt, dass sie bald zu den renommiertesten Background-Sängern im Reggae gehörten.

Für einige Jahre unterstützten sie Peter Tosh musikalisch und begleiteten ihn auf internationalen Tourneen. Ausserdem unterstützten sie u.a. Jimmy Cliff, John Holt, Delroy Wilson, Pat Kelly und Marcia Griffiths. The Tamlins machten besonders auf sich aufmerksam, als sie „Baltimore“ (1979) für Sly and Robbie von Taxi Productions aufnahmen. Baltimore blieb zwölf Wochen auf Platz 1 in Jamaika und wurde 1980 als „beste Platte des Jahres” in Jamaika in JBCs „Top 100“ ausgezeichnet. Ausserdem gewann die Gruppe den „Best Group Award“ von JBC, Radio Jamaica und der Daily News im selben Jahr. Die Band nahm ausserdem den Song „Go Away Dream“ für dieselben Produzenten auf. 1986 traten The Tamlins beim „Dancehall '86“ im Cinema One zusammen mit Half Pint, Josey Wales und Culture u.a. auf. Sie wurden nicht nur mit einer Standing Ovation belohnt, sondern dieser Auftritt wurde bei der jährlichen Rockers Awards Show auch mit dem Preis für die „Beste Performance des Jahres 1986“ ausgezeichnet. Sie wurden ausserdem im selben Jahr beim Sunsplash '86 und den Taxi Connection Shows mit Preisen geehrt. 1987 traten The Tamlins in der Freddie Jackson-Show im Oceana Hotel auf. 1988 veröffentlichten The Tamlins ihr Album „I'll Be Waiting” beim Live and Learn Label sowie ein zweites Album, „Love Divine” für SKD in Miami. Die selbstproduzierte Single „Hurt So Good” wurde ebenfalls in diesem Jahr veröffentlicht und von den Kritikern begeistert aufgenommen.

In den Neunzigern tourte die Band zusammen mit den I-Threes, Admiral Bailey und Tiger durch Japan. Ausserdem gingen sie als Background-Sänger zusammen mit Rita Marley auf Welttournee. Sie traten im Madison Square Garden und vielen anderen bekannten amerikanischen Veranstaltungsorten auf. Einer der Höhepunkte in der Karriere der Band The Tamlins war der Auftritt in einer Miami Vice-Folge. Für diese Serie schrieben und spielten sie verschiedene Songs. Sie waren die erste jamaikanische Musikgruppe, die in einer bekannten Fernsehserie auftrat. Derzeit treten The Tamlins immer noch auf verschiedenen internationalen Reggae-Festivals auf und sind sehr gefragt als Backup-Sänger für neue Aufnahmen.

 

Stranger Cole (Sänger & Songschreiber)
Der unter dem Namen Wilburn Theodore Cole 1945 in West Kingston, Jamaika, geborene Stranger Cole erhielt schon früh seinen Spitznamen „Stranger”, weil er keinem in der Familie ähnlich sah. Stranger kam durch seinen Vater, einen Tischler, der auch Gitarren baute, zur Musik. Sein Onkel Gilbert Cole spielte in den 1950ern und 60ern Gitarre mit Ernest Ranglin. Ein weiterer Onkel, Roy Roach, trat als Sänger in verschiedenen Clubs auf. Sein Bruder, Leroy Cole, war ein beliebter Diskjockey bei Duke Reid. „Ich war komplett von Musik umgeben”, erklärt Stranger.

Als Junge hört Stranger den Sound Systems zu, die in den Strassen in der Nähe seines Zuhauses aufgestellt wurden. Dort wurde amerikanische Musik gespielt. Die Lieblingsband von Stranger war Shirley & Lee, ein Rock-and-Roll-Duo aus den 1950ern. „Eines Tages dachte ich, dass ich vielleicht selbst Songs schreiben könnte. Also kaufte ich mir ein Schreibheft und begann mit dem Songschreiben.“ Einer der ersten Songs von Stranger, „In and Out the Window”, den Eric ‚Monty’ Morris für Duke Reid aufnahm, wurde zum Hit, als Stranger gerade einmal 16 Jahre alt war. Im folgenden Jahr nahm Stranger zusammen mit Patsy Todd seine erste Single „When I Call Your Name” auf. Dieser Song sowie der nächste, „You Could Puff, Rough and Tough Until You Buss”, wurden zu Hits. Der Musiker begann seine Karriere beim legendären Produzenten Duke Reid und seinem Treasure Isle-Label, indem er 1962 bei seinem Debüt für dieses Label den Hit „Rough & Tough“, einer rasanten Ska-Nummer mit einem wilden Mundharmonikasolo, schrieb. Sein Louis Jordan-Revivalsong, „Run Joe“, bei dem Mitglieder von The Techniques den Backgroundgesang übernahmen, wurde 1965 zum Hit. Der Sänger sang häufig auch Duette mit anderen Künstlern, vor allem mit Patsy Todd und Ken Boothe. Später sang er auch mit Gladstone „Gladdy” Anderson zusammen (ihre Version von „Just like a River“ ist einer der besten Songs von Cole).

Cole entwickelte sich zu einem ausdrucksstarken Sänger, dessen Songs durch seine lebensbejahende Persönlichkeit geprägt werden, wie man das in dieser Form nur selten beim Reggae erlebt. Am Ende der Ska-Ära trennte sich der Musiker vom Reid-Studio und wurde ein unabhängiger Künstler. Er machte Aufnahmen bei verschiedenen jamaikanischen Produzenten, einschliesslich Sonia Pottinger, Lee „Scratch” Perry (wie die wundervolle Single „Run Up Your Mouth“) und Bunny Lee, bevor er sich 1971 in England niederliess, wo er zahlreiche Tourneen durchführte. 1973 emigrierte Cole nach Kanada, wo sein Onkel Roy Roach inzwischen lebte. Cole wohnte in Toronto und arbeitete dort als Maschinist. Dennoch produzierte er auch weiterhin Platten und veröffentlichte drei Alben unter seinem eigenen Label: „The First Ten Years of Stranger Cole” (1978), „Captive Land” (1980) und „The Patriot” (1982). Schliesslich eröffnete er einen Plattenladen im Viertel Kensington Market im Zentrum von Toronto. Er verbrachte 15 Jahre in Kanada, wo seine Frau und die Kinder immer noch leben. Cole selbst kehrte nach Jamaika zurück, wo er sich heute aufhält. Er tourt immer noch in Japan, Europa und den USA. 2003 veröffentlichte Trojan Records „Bangarang: The Best of Stranger Cole 1962-1972”, eine längst überfällige Retrospektive der Karriere dieses wunderbaren jamaikanischen Sängers.

 

David Madden (Trompeter)
Der Trompeter David Madden ist ein ehemaliger Schüler der Alpha Boy School und früheres Mitglied der Jamaica Military Band. Madden hat so ziemlich mit allen namhaften Musikern gespielt, von den Skatalites über Lucky Dube, Bounty Killer, Gilbert Gil, Bob Andy, Los Caballeros bis hin zu Jimmy Cliff. Er war ein Gründungsmitglied der legendären Reggae-Jazzband Zap Pow, die durch Songs wie „Mystic Mood”, „This is Reggae”, „Scandal Corner” und „Sweet Loving Love“ bekannt wurde.

 

Dawn Penn (Sängerin)
Dawn Penn wurde 1952 als Dawn Pickering in Kingston (Jamaika) geboren. Penn kam schon in jungen Jahren durch ihren Vater zur Musik. Dieser war ein Hafenarbeiter, der spanische Lieder auf einer selbst gebastelten Gitarre spielte. Als Mädchen sang sie in einem Kirchenchor, dem Chor der Pfadfinderinnen und der Y Choral Group. Sie lernte, Klavier und Orgel zu spielen. Obwohl sie keine Musikkarriere plante, begleitete sie eine Freundin zu einem Vorsingen in Coxone Dodds Studio One. Der allererste Song, den sie 1968 aufnahm, nämlich „You Don’t Love Me (No, No, No)” wurde ein Hit in Jamaika.

1970 verliess Penn die Musikbranche und zog auf die Jungferninseln um. 1987 kehrte sie nach Jamaika und zur Musik zurück. Sie wirkte an nationalen Hits von Johnny Nash mit und nahm mehrere Songs für die Labels Prince Buster, Jackpot und andere auf. Auf diese Weise sicherte sie sich einen festen Platz in der jamaikanischen Musikszene. Im Sommer 1992 wurde sie zu einem Auftritt für die Jubiläumsfeier des Studio One eingeladen, wo sie ihren Singlehit „You Don’t Love Me (No, No, No)“ mit Steely & Clevie als Begleitmusiker spielte. Dieser Auftritt war ein so grosser Erfolg, dass sie wieder ins Studio ging, um den Song erneut für das Tribute-Album von Steely & Clevie für Studio One aufzunehmen. Der Song wurde ein Jahr später als Single veröffentlicht und stand an der Spitze der US-, europäischen und jamaikanischen Charts. „Ich versuche immer noch zu begreifen, warum dieser Song so beliebt ist, da er eigentlich nur aus zwei Strophen besteht”, erklärt Penn. Der Rocksteady-Rhythmus und die Interpretation von Penn trugen erheblich zur internationalen Zugkraft des Songs bei.

Die heutigen Hip-Hop- und R'n'B-Stars Eve und Rihanna haben ihre eigenen Versionen von Penns Songs aufgenommen. „No, No, No“ wurde ausserdem von den Künstlern Kano, Hexstatic, Jae Mills, Lily Allen und Ghostface Killah gesampelt. 1998 veröffentlichte Penn ein weiteres Album mit dem Titel „Come Again” bei Trojan Records, das eine musikalische Retrospektive enthält. Penn veröffentlicht auch heute noch Musik und tritt auf der Bühne auf. Zurzeit lebt sie in London.

 

Headley ‚Deadly' Bennett (Saxophonist)
Headley „Deadly“ Bennett, ein renommierter jamaikanischer Saxophonist, spielte für die Studio One-Hausband. Diese Band war wesentlich an Dutzenden der grössten Reggaesongs aller Zeiten beteiligt. Sie unterstützten alle grossen Musiker in den 1960ern und 1970ern, einschliesslich The Wailers, Freddie McGregor, Dennis Brown und Gregory Isaacs. Headley Bennett erhielt den Order of Distinction von der jamaikanischen Regierung für seinen Beitrag zur jamaikanischen Musik und Unterhaltungsbranche. Das erste Soloalbum von Bennett, „35 Years from Alpha”, spielt darauf an, dass das Album 35 Jahre nach seinem Abgang von der Alpha Boys School in Kingston veröffentlicht wurde. Die Schule wird von vielen als die Wiege der Instrumentalmusik in Jamaika angesehen. Es ist kein Zufall, dass Bennett zusammen mit anderen Absolventen der Alpha Boys School wie Don Drummond, Tommy McCook, Rico Rodriguez und Owen Gray die treibende Kraft hinter der Sir Coxsone Dodds Studio One-Band war. Das originelle Instrumental „Satta Massagana“ ist ein Beispiel dafür, mit welcher ‚tödlichen’ Genauigkeit Headley „Deadly” Bennett Saxophon spielte.

 

Derrick Morgan (Sänger)
Derrick Morgan gehörte zur klassischen ‚ersten Welle’ der jamaikanischen Ska-Musiker, zusammen mit Pionieren wie den Skatalites, Laurel Aitken, Prince Buster und Desmond Dekker. Morgan, der im März 1940 geboren wurde, wuchs in der Region Kingston auf und wurde durch eine Vielzahl von musikalischen Einflüssen geprägt, die von New Orleans R & B bis zur Chormusik der nahe gelegenen Kirche reichten, wo sein Vater als Diakon tätig war. Mit 17 Jahren gewann er die jährliche „Vere John’s Opportunity Talent Show” mit überzeugenden Versionen von Little Richards „Long Tall Sally“ und „Jenny Jenny“. 1959 tat er sich mit dem Produzenten Duke Reid zusammen, um seine Debütsingle „Lover Boy“ aufzunehmen. Seine nächste Single, „Fat Man“, war ein Hit in ganz Jamaika. Später feierte er Erfolge mit den Aufnahmen „Leave Earth“ und „Wigger Wee Shuffle“, die beide mit dem legendären Clement „Coxsone“ Dodd aufgenommen wurden.

1960 war Morgan der unbestrittene König des Ska. Er war der erste und ist bis dato auch der einzige jamaikanische Musiker, der es schaffte, die ersten sieben Plätze in den nationalen Pop-Singlecharts während derselben Woche zu belegen. Er hatte eine Reihe von Smashhits wie „Be Still“, „In My Heart“, „Don't Call Me Daddy“, „Moon Hop“ und „Meekly Wait and Murmur Not“. 1961 veröffentlichte er den grössten Hit seiner Karriere, „Housewives' Choice“. Ein Jahr später erschien zu Ehren des jamaikanischen Unabhängigkeitstags das erste Unabhängigkeitslied, „Forward March“. Morgan und Prince Buster, die beiden grössten Ska-Musiker dieser Zeit, führten eine heftige musikalische Fehde, die auch auf ihre Fans übergriff.

1963 wurde der Streit zwischen den beiden so heftig, dass schliesslich sogar die neu gebildete jamaikanische Regierung eingriff. Sie verkündete einen ‚Waffenstillstand’ und brachte die beiden für ein öffentliches Foto zusammen, um das Kriegsbeil zu begraben. 1966 brachte Morgan den Song „Tougher than Tough“ heraus, seinen ersten Rocksteady-Hit. Auch in den folgenden Jahren entwickelte er seine Musik mit zahlreichen Innovationen weiter. Zu seinen dauerhaftesten Beiträgen gehörten „Went to the Hop“ (der erste jamaikanische Song mit einer elektrischen Bassgitarre), „Blazing Fire“ (der erste Song mit einem elektrischen Klavier), „Love Not to Brag“ (das erste Duett mit einer Sängerin, Millicent Patsy Todd) und „Seven Letters“ (sein erster Reggaesong, der zusammen mit seinem Schwager Bunny Lee produziert wurde). Morgan fungierte auch als Produzent für viele der bemerkenswertesten Newcomer dieser Zeit, einschliesslich Bob Marley, Jimmy Cliff und Garnet Silk. Er ist auch heute noch als Produzent tätig und tritt weltweit bei Ska-Revivalshows auf.



Ernest Ranglin (Bandleader und Gitarrist)
Ernest Ranglin ist der Bandleader und einer von zwei Gitarristen im Film Rocksteady: The Roots of Reggae. Bei dem am 19. Juni 1932 in Manchester (Jamaika) geborenen Ernest Ranglin handelt es sich um einen Gitarristen, dessen Arbeit im Studio One entscheidend zum Entstehen der Ska-Musik Ende der 1950er beitrug. In den 60ern war er der Studiomanager für das Federal Recording Studio in Kingston, das heute unter dem Namen Tuff Gong Studios läuft und im Besitz der Familie von Bob Marley ist. Ranglin spielte auf vielen wichtigen jamaikanischen Aufnahmen und trat zusammen mit Künstlern wie Jimmy Cliff, Monty Alexander, Prince Buster, The Skatalites und Eric Deans Orchestra auf. Ranglin wird oft die Entwicklung des Core-Stils bei der Gitarre (manchmal auch als Scratching bezeichnet) zugeschrieben, der in beinahe jedem Skasong zu finden ist. Er ist einer der wenigen, die erfolgreich Jazz und Reggae miteinander kombinierten.

Als Kind spielte Ranglin Ukulele und begann dann als Teenager mit dem Gitarrenspiel. Noch vor seinem zwanzigsten Lebensjahr trat er schon in Jamaika und auf den Bahamas auf, oft zusammen mit dem jungen Monty Alexander. 1958 nahm Chris Blackwell eine Ranglin-Single auf, bei der es sich um die erste Veröffentlichung von Island Records handelte. 1964 nahm Ranglin zusammen mit Chris Blackwell und der Sängerin Millie Small „My Boy Lollipop” auf, den ersten Welthit aus Jamaika. Ranglin machte 1964 international auf sich aufmerksam, als er nach London reiste, um in Ronnie Scotts Jazz Club aufzutreten. Er wurde dort für neun Monate als Gitarrist unter Vertrag genommen und spielte zusammen mit zahlreichen Gastkünstlern. 1966 war er an der Aufnahme einer Jamsession von Sony Stitt/Dick Morrissey beteiligt. Er veröffentlichte mehrere Soloalben für Island Records, arbeitete jedoch auch mit Prince Buster zusammen. Später kehrte er zur Studioarbeit zurück, wobei er Songs wie den Rocksteady-Song „By the Rivers of Babylon” der Melodians arrangierte. Ausserdem spielte er die Leadgitarre im Song „It Hurts to Be Alone” von den Wailers, einem weiteren Rocksteady-Hit. Er legte auch das Fundament für den Aufstieg des Rockers-Stils.

In den 1970ern ging Ranglin mit Jimmy Cliff auf Tournee. 1973 erhielt er den ‚Order of Distinction’ von der jamaikanischen Regierung für seine musikalischen Verdienste. Er setzte seine Tourneen und Aufnahmen weltweit fort. Später unterzeichnete er bei Chris Blackwells neugegründetem Palm Pictures-Label, um dort 1998 das Album „In Search of the Lost Riddim“ herauszubringen. Zwei Jahre später folgten die Alben „E.B @ Noon“ und „Modern Answers to Old Problems“. „Grooving“ wurde Anfang 2001 veröffentlicht.

 

Gladstone ‚Gladdy' Anderson (Pianist)
Der Pianist, Sänger and hervorragende Studiomusiker Gladstone „Gladdy“ Anderson hat die jamaikanische Musikszene seit nunmehr fast 50 Jahren mitgestaltet. Anderson wurde am 18. Juni 1934 in Jones Town, in den Aussenbezirken von Kingston, geboren. Das Klavierspielen erlernte Anderson bei seinem Onkel, dem Bandleader und Studiomusiker Aubrey Adams. Es war Adams, der den jungen Musiker dem Produzenten Duke Reid vorstellte, der Gladdy unverzüglich einen Platz bei seinen Treasure Isle-Studiomusikern einräumte. Über die Jahre hinweg hat Anderson mit Reid, Leslie Kong und praktisch allen wichtigen jamaikanischen Produzenten zusammengearbeitet. Seine beste Arbeit lieferte er für Harry Mudie als Leader der Gladdy’s All Stars ab. Sein temporeicher, besonders durch die hohen Töne geprägter Pianostil während der Ska-Ära trug dazu bei, den Sound dieses Musikstils zu definieren.

Anderson gilt als der Erste, der den verlangsamten Beat nach einer Session mit Hopeton Lewis, die zum Hit „Take it Easy“ führte, als „Rocksteady“ bezeichnete. Obwohl er hauptsächlich Pianist ist, tritt er gelegentlich auch als Sänger auf, so z.B. gemeinsam mit Stranger Cole (als Stranger and Gladdy) in Duetten wie „We shall Overcome“, „Seeing Is Knowing“ und dem grossartigen „Just Like a River“, die alle zu Hits wurden. Der vollendete Musiker hat bei zahlreichen Studiosessions mitgewirkt, jedoch sporadisch auch eigene Alben herausgebracht, einschliesslich des hervorragenden Meisterwerks für Piano und Streichinstrumente „It May Sound Silly” (1972), „Gladdy Unlimited” (1977) , „Sing Songs for Today & Tomorrow” (1982), „Get Closer” (1989) und das sublime „Peace Pipe Dub”, das bei Channel One aufgenommen und 1993 veröffentlicht wurde. Er hat ausserdem Roots-Reggae für das Rite Sound-Label produziert.

 

Glenn Dacosta (Tenorsaxophonist)
Der Tenorsaxophonist Glen Dacosta spielte bei einigen der besten Bands Jamaikas wie zum Beispiel The Wailers, The Heptones, Lee Perry, Zap Pow, Luciano und Big Youth. 1970 wurde er Mitglied der Reggae-Jazz-Band Zap Pow. Zap Pow bestand vorwiegend aus einer Instrumentalbesetzung. Ihre Live-Auftritte waren legendär. Gleichzeitig waren sie jedoch eine erstklassige Studioband. Zap Pow hatten einen kleineren Hit mit „The System” und 1978 einen Riesenerfolg mit „This Is Reggae Music” für den Produzenten Harry J. Dacosta. Zusammen mit Posaunist Vin Gordon und Trompeter David Madden wurden sie häufig auch als Zap Pow Horns angekündigt. Zeitweise arbeiteten sie in dieser Besetzung auch mit Bob Marley zusammen. Die Kompilation der Rhino Records namens Reggae Rules mit Singles, die die Band zwischen 1973 und 1980 veröffentlichte, ist perfekt geeignet, um ein Gefühl für die Band zu bekommen. Sie verbanden Reggae, Jazz, Funk und Soul schon lange miteinander, bevor es den Fusions-Begriff überhaupt gab.

 

Hopeton Lewis (Sänger)
Hopeton Lewis wurde am 3. Oktober 1947 in Trenchtown, Kingston, geboren. Seine Mutter starb, als er noch sehr jung war und so wuchs er bei Verwandten in Burnt Savannah, Westmoreland, auf. Lewis ging jeden Sonntag mit seiner Familie in die Kirche und fing dort im Alter von sechs Jahren an zu singen. Er hatte regelmässig Soloauftritte in der Kirche, die den Start zu einer erfolgreichen Karriere im Musikbusiness bildeten. Einige Jahre später kehrte er nach Kingston zurück, um bei seinen Grosseltern zu wohnen. Als er 15 Jahre alt war, starben seine Grosseltern, wodurch Lewis auf sich allein gestellt war. Sein Ehrgeiz, seine Lebenslust und seine Liebe zur Musik inspirierten Lewis dazu, im Alter von 16 Jahren seine eigene Band zu gründen: „The Regals”. Lewis nahm seinen ersten Song im Studio One auf und wurde zu einem der Hauptakteure für die Entwicklung der jamaikanischen Musik.

„Ich hatte nie geplant, ein professioneller Sänger zu werden”, sagt er. „Das Singen überkam mich einfach. Ich verliebte mich in den Gesang und fühlte, dass mein Leben ohne ihn keinen Sinn mehr machen würde. Wenn man mir ein Mikrofon in die Hand gibt, fange ich einfach an zu singen. So bin ich einfach. Die Musik hat mir das Leben gerettet.” Als er zu Ken Khouris Federal Recording Company (jetzt Tuff Gong Studios) wechselte, nahm er „Take It Easy” mit Unterstützung von Lynn Taitt & The Jets auf. Dieser Song gilt als Beginn der Rocksteady-Ära. Lewis erzählt die Geschichte wie folgt: „Der Song wurde für den damals so beliebten Ska-Beat geschrieben. Jedoch konnte ich dem Ska-Beat nicht folgen – er war mir einfach zu schnell. Ich bat den Pianisten, Gladstone „Gladdy” Anderson, langsamer zu spielen. Gladdy sagte: „Dieser Junge ist ein Rocksteady.“ Der Begriff blieb hängen. Der Song wurde so schnell zum Hit, dass ich es gar nicht glauben konnte. Plötzlich sang jeder in Jamaika „Take it Easy”. Die Leute verliebten sich in den Bass, der zum neuen Rocksteadybeat wurde.”

Lewis’ zweiter Hit war „Sounds and Pressure”, der von den Hits „Boom Shacka Lacka” und „Cool Cool Collie” gefolgt wurde. „Boom Shacka Lacka” verschaffte ihm den Durchbruch als Solist, als er 1970 die Festival Song Competition gewann. Durch diese Auszeichnung wurde er als einer der besten Sänger in Jamaika geehrt, der für seine Baritonstimme, einem wunderbaren Mix aus Gospel- und Soulelementen, bekannt wurde. Während er für Byron Lees Dynamic Sound Label sang, erreichte sein Album „Grooving out on Life“ 1973 Goldstatus. Er trat daraufhin der Band Byron Lee & The Dragonaires als Leadsänger bei und ging vier Jahre lang mit der Band auf Tournee.

In den 80ern gründete Lewis sein eigenes Label, Bay City Music. Er fing an, Gospels zu produzieren und kehrte somit zu seinen religiösen Wurzeln zurück. Er lebt jetzt in New York und singt auch heute noch und gibt Konzerte. In Rocksteady: The Roots of Reggae gibt er seinen Song „By the Rivers of Babylon” zum Besten. Dieser Song wurde laut Lewis früher von Sklaven auf den Zucker- und Maisfeldern gesungen. „Es ist ein berühmter Song der Afroamerikaner über die Befreiung, der von Jamaikanern bearbeitet und produziert wurde”, erklärt er.

 

Hux Brown (Gitarrist)
Linsford „Hux“ Brown ist ein hervorragender Gitarrist, der in Trenchtown, Kingston, Jamaika, geboren wurde. Sein Dead Note-Stil beim Gitarrespielen erweckt den Anschein, als ob seine Saiten aus Gummi seien. Dieser Stil wurde von nahezu allen jamaikanischen Gitarristen nachgeahmt. Hux spielte mit Paul Simon („Mother and Child Reunion”), Jimmy Cliff („The Harder they Come”), Toots and The Maytals, Bob Marley, Delroy Wilson, Johnny Nash und vielen anderen. Hux Brown leitete die Hausband „The Dynamites“ für das Beverly Studio des Produzenten Leslie Kong. Er spielte die Leadgitarre. Die Band bestand unter anderem aus dem Bassisten Jackie Jackson, Winston Grennan, Winston Wright, Gladstone Anderson, Deadly Headley und Lynn Taitt. The Dynamites nahmen Desmond Dekkers Hit „Israelites“ auf, der Rocksteady in die Vereinigten Staaten brachte. Zu ihren anderen Klassikern zählen Johnny Nashs „Hold Me Tight”, Dave & Ansel Collins' „Double Barrel” und viele Hits von Bob Marley and The Wailers. Als Toots Hibbert von Toots & The Maytals, nach zwei Jahren Haft wegen Marihuanabesitzes, aus dem Gefängnis kam, war Beverlys Studio das neue Zuhause der Maytals geworden. Dies war der Beginn einer lang anhaltenden Zusammenarbeit mit Hux Brown & The Dynamites. Nach Leslie Kongs Tod wechselten Hux Brown & The Dynamites zu den Dynamic Studios, wo sie weitere Songs aufnahmen. Die Maytals wechselten ebenfalls zu Dynamic. Nachdem Toots & The Maytals bei Island Records unter Vertrag genommen wurden, schlossen sich die Dynamites den drei Sängern der Maytals an. Hux Brown lebt inzwischen in Kalifornien und macht weiterhin Musik.

 

Clifton „Jackie“ Jackson (Bassgitarrist)
Jackie Jackson war ein Mitglied der Tommy McCook & Supersonics, die sich 1965 nach der Auflösung der Skatalites zusammenschlossen. Neben McCook waren auch die anderen Ex-Skatalites, Johnny Moore und Lloyd Knibb, Teil der Band. Die Band bestand ausserdem noch aus dem Posaunisten Danny Simpson, dem Saxophonisten Herman Marquis, dem Pianisten Gladstone „Gladdy” Anderson, dem Keyboarder und Orgelspieler Winston Wright, dem Bassisten Jackson und einem Gitarristen, entweder George Tucker oder Ranny „Bop“ Williams. Kurz nach der Gründung wurde Knibb, der die Band verliess, durch Hugh Malcolm ersetzt. In dieser Zeit wurde die Band Duke Reids Hausband des berühmten Treasure Isle Studios in der Bond Street. Während der nächsten Jahre halfen Tommy McCook & The Supersonics Reid dabei, einige der besten jamaikanischen Rocksteady- und Reggaesounds zu kreieren. Gegen Ende des Jahrzehnts löste sich die Band dann auf. Jackson zufolge war Treasure Isle zwei Jahre lang in einen „Kalten Krieg” mit seinen Rivalen bei Studio One verwickelt, das dem Produzenten Clement „Coxsone“ Dodd gehörte.

 

Judy Mowatt (Sängerin)
Judy Mowatt begann ihre Karriere in der Musikbranche als Tänzerin einer Tanzgruppe. 1967 wurde sie Mitglied des Gesangstrios The Gaylettes, die ihren ersten Hit „Silent River Runs Deep“ sowie „I Like Your World“ im Studio One aufnahmen. Nach der Auflösung der Band startete sie ihre Solokarriere und bildete später zusammen mit Rita Marley und Marcia Griffiths das Gesangstrio I-Threes. Die drei Sängerinnen trafen sich, als Marcia Griffiths in einem Club namens House of Chen in New Kingston auftrat. Sie bat Rita Marley und Judy Mowatt, für „Remember Me“, einem Lied von den Supremes, Harmonien zu singen. Das Publikum war so begeistert, dass auch Bob Marley davon erfuhr. Kurz darauf traten die I-Threes mit Bob Marley auf, der zum berühmtesten Reggaesänger der Welt wurde. Nachdem Mowatt 1978 die Band verliess, tat sie sich mit Freddie McGregor zusammen, um das von den Kritikern gefeierte „Black Woman“ zu produzieren. Dieses Album ist deshalb so herausragend, da Judy die erste weibliche Reggaekünstlerin war, die ein eigenes Album koproduzierte.

1982 folgte ihr zweites Solo-Album „Only A Woman“. Dafür wurde sie für den Reggae Grammy nominiert. Mowatt ist noch immer sehr aktiv in der Musikszene. 1998 erschien ihr Debüt-Gospel-Album „Love“, das von Claude Evans produziert wurde. 2000 veröffentlichte sie ein Projekt namens „Soldiers Of Jesus Christ“, auf dem auch andere Reggaekünstler vertreten waren, bei denen es sich um bekehrte Christen handelte. Das 2002 erschiene Album „Something Old, Something New“ beinhaltet einige ihrer früheren Musikstücke und ebenso neue Lieder und Interpretationen traditioneller Kirchenmusik, darin eingeschlossen „Many Are Called“ und „Strength to Go Through“. Sie schrieb auch einige ihrer vorherigen Songs um, damit sie religiöser klangen. „Hold Them Jah“ wurde beispielsweise zu „Hold Them Jesus” und „Sister's Chant“ zu „Mother's Call“.

 

Ken Boothe (Sänger)
Ken Boothe wurde in den Slums von Denham von einer musikalischen Familie grossgezogen und gewann seinen ersten Gesangswettbewerb im Alter von gerade einmal 8 Jahren. Von da an entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten Künstler Jamaikas. Als talentierter Sänger, Musiker, Songschreiber, Arrangeur und Tänzer trat Boothe weltweit auf und erntete auf der ganzen Welt viel Anerkennung. Boothe startete seine professionelle Karriere in den frühen 1960ern, als er in einem Duo zusammen mit Stranger Cole unter dem Namen Stranger & Ken auftrat. Das Zweigespann veröffentlichte bekannte Songs wie „World’s Fair”, „Hush” und „All Your Friends”. Danach nahm er eine Reihe von Hits mit dem legendären Produzenten Clement „Coxsone” Dodd im Studio One auf, darunter 1966 den Track „Feel Good”. Im folgenden Jahr gingen Boothe und Alton Ellis erfolgreich mit der Band The Soul Vendors auf Tournee in Grossbritannien. 1968 veröffentlichte er im Alter von 17 Jahren sein erstes Album „Mr. Rocksteady”. Schon bald gingen Dodd und er getrennte Wege. Boothe arbeitete dann mit einer Reihe anderer Produzenten wie Sonia Pottinger, Keith Hudson, Leslie Kong, Bunny Lee und anderen zusammen.

1974 erreichte Boothe unter der Leitung des Produzenten Lloyd Chalmers Platz 1 der UK-Popcharts mit seiner Version von „Everything I Own” und hielt sich vier Wochen lang an der Spitze der Charts. Boothes lässiger Stil verhalf ihm zu beachtlichem Erfolg, und seine Songauswahl zeugt von der Breite seines Musikgeschmacks. 1987 veröffentlichte Boy George seine Version von „Everything I Own”, die ihn ebenso auf Platz 1 der Charts in Grossbritannien katapultierte. Dieses Lied ist eines der wenigen, das gleich zweimal von zwei verschiedenen Künstlern die Spitze der UK-Charts erreichte.

Später nahm Boothe auch zusammen mit Bunny Lee, Phil Pratt, King Jammy, Pete Weston, Jack Ruby, Hugh „Red Man“ James, Castro Brown und Tappa Zukie Songs auf. 1995 tat er sich mit Shaggy zusammen, um eine neue Version seines alten selbst geschriebenen Songs „The Train Is Coming“ zu produzieren, die auf dem Soundtrack des Films „Money Train“ zu hören ist. Der weltweit angesehene Künstler lebt in Kingston und nimmt auch heute noch Songs auf und gibt Konzerte.

 

Leroy Sibbles (Sänger)
Leroy Sibbles ist vor allem als Leadsänger der berühmten Band The Heptones bekannt. Der in Trenchtown geborene Musiker hat die jamaikanische Musikszene durch seine Arbeit als Bassist, Arrangeur, Songschreiber und Sänger entscheidend beeinflusst. Mitte der 1960er, als Sibbles in der Musikbranche Fuss fasste, traf er auf Barry Llewellyn und Earl Morgan. Sie gründeten die Band The Heptones und nahmen ihre erste Single für Ken Lacks Label Caltone auf. Obwohl die Single nicht von Erfolg gekrönt war, zog sie die Aufmerksamkeit von Coxsone Dodd vom Studio One auf sich. The Heptones landeten viele Hits mit Studio One in Jamaika, angefangen mit „Fattie Fattie" im Jahr 1966. Danach begann eine lange Zeit der Erfolge für Coxsone und The Heptones mit „Pretty Looks Isn't All”, „Get In The Groove”, „Be a Man”, „Sea of Love” (ein Cover des Doo-Wop-Klassikers von Pat Phillips & The Twilights), „Ting a Ling”, „Party Time” und „I Hold the Handle”.

Die Heptones waren schon bald eine der produktivsten und einflussreichsten Bands der Rocksteady-Ära und wurden zu den Erzrivalen der Techniques, die für Arthur „Duke“ Reid Songs produzierten. Sibbles spielte auch Bass bei zahlreichen Auftritten und Auditions und war zusammen mit Jackie Mittoo Chef-Studioarrangeur und somit mitverantwortlich für den Erfolg des Studio One. Zu den Songs, die er mit seinem Bass begleitete, zählen Alton Ellis' „I'm Still In Love“ und „Satta Massagana” von den Abyssinians. Die Heptones blieben auch noch während der Reggae-Ära im Studio One, wo sie Songs wie „Message from a Black Man“, „Love Won't Come Easy“, „I Love You“ und ein sehr erfolgreiches Cover von „Suspicious Minds” produzierten. Sie nahmen danach Songs mit Harry J auf, für den sie 1973 die Klassiker „Country Boy“ und „Book of Rules“ produzierten. 1976 produzierten sie zusammen mit Scott „Harry J” die LPs „Cool Rasta“ und „Night Food”, die neue Songs sowie Remakes ihrer früheren Studio One-Erfolge enthielten.

1977 arbeiteten sie erneut mit Lee „Scratch” Perry zusammen. Sie veröffentlichten ihr Album „Party Time”, eine der besten Produktionen von Perry. Dieses Album enthielt Neuaufnahmen einiger ursprünglich im Studio One entstandenen Tracks, darunter Bob Dylans „I Shall Be Released”, zusammen mit neueren Kompositionen wie „Sufferers' Time”. Insgesamt wurden 12 Singles mit Lee Perry veröffentlicht, zum Beispiel „Mistry Babylon“, „Mr. President“ (zusammen mit DJ Jah Lloyd) und „Babylons Falling“. Sibbles verliess die Band 1977, um sich seiner erfolgreichen Solo-Karriere zu widmen, nachdem er schon eine Solo-Version von „Love Won't Come Easy“ für Augustus Pablo produziert hatte. Der Sänger macht heute weiterhin in seinem Studio in Kingston Musik. Ausserdem unterstützt er als Produzent aufstrebende Künstler aus Kingston.

 

Lloyd Parks (Bassgitarrist)
Lloyd Parks wurde 1948 in Kingston, Jamaika, geboren und kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere als begnadeter Bassist und Sänger zurückblicken. Ob als Sänger in den 1960ern oder als Musiker - Parks war jahrzehntelang gefragt. Der talentierte Musiker begann seine Karriere in den späten 1960ern mit der Band Invincibles (zu deren Mitgliedern auch Ansell Collins, Sly Dunbar und Ranchie McLean gehörten), bevor er sich mit Wentworth Vernal zu The Thermites zusammenschloss. 1967 nahmen sie ihre erste Single „Have Mercy Mr. Percy“ auf und anschliessend das Album „Do the Rocksteady“ für Coxsone Dodds Studio One. Nach der Aufnahme von „Rub Up Push Up“ für das Label Dampa trennten sich Parks und Vernal. Parks trat für kurze Zeit den Techniques als Ersatz für Pat Kelly bei, mit denen er Songs wie „Say You Love Me“ aufnahm. Später machte er als Solokünstler Musik und gründete sein eigenes Label namens Parks. Seine zweite Single war der Klassiker „Slaving“, ein bewegender Song über das mühsame Leben eines Arbeiters. Als Solokünstler nahm er eine Reihe von Songs, einschliesslich „Trenchtown Girl“ und „You Don't Care“ für Prince Tony Robinson auf. Zu seinen bekanntesten Solohits zählen „Officially“, „Mafia“ (beide von 1974), „Girl in the Morning“ und „Baby Hang up the Phone“ (beide von 1975).

Parks war ein Studio-Bassist und unterstützte viele der besten Reggaekünstler, darunter Justin Hinds von Duke Reids Plattenlabel Treasure Isle. Zusammen mit den Keyboardern Ansell Collins und Tarzan und dem Gitarristen Ranchie MacLean spielte er in der Band Skin Flesh and Bones, die Al Brown bei seinem Hit „Here I am Baby“ unterstützte. Parks arbeitete auch mit vielen anderen Künstlern zusammen. Als Skin Flesh and Bones anfingen, für Channel One Studio Songs aufzunehmen, änderte Parks den Bandnamen in The Revolutionaries um. Der Musiker war auch Mitglied von Joe Gibbs Hausband, The Professionals, mit der er Hits wie Althea and Donnas „Up Town Top Ranking“ interpretierte. In den 1970ern unterstützte er Künstler wie zum Beispiel Dennis Brown, The Abyssinians, The Itals, The Gladiators, Culture und Prince Far I. 1974 gründete er die We the People Band, mit der er heute noch Songs produziert und auf Tournee geht.

 

Marcia Griffiths (Sängerin)
Schon seit vier Jahrzehnten steht Marcia Griffiths auf der Bühne und schreibt ihre Songs. Zu den Highlights ihrer bemerkenswerten Karriere gehören ihre Werke als Solokünstlerin, ihre Duette mit Bob Andy (Bob & Marcia) und ihre Zeit als Mitglied der Band I-Threes, die mit Bob Marley and The Wailers auf Tournee ging. Als Solokünstlerin stürmte ihr Song „Electric Boogie Song” die Billboard-Charts und legte den Grundstein für den berühmten Electric Slide-Reihentanz. 1964 begann Griffiths ihre professionelle Gesangskarriere mit der Band Byron Lee & The Dragonaires. Kurze Zeit später fing sie an, mit Coxsone Dodd im Studio One zu arbeiten, wo sie ihren ersten Rocksteady-Hit „Feel Like Jumping“ aufnahm. Während ihrer Zeit im Studio One nahm Marcia mit Bob Andy den Song „Really Together“ auf, das erste von vielen gemeinsamen Duetten dieser beiden Sänger. Später wechselten sie zu dem Label Harry J und kletterten an die Spitze der britischen und internationalen Charts mit „Young, Gifted and Black“ und „The Pied Piper“ und nahmen die gleichnamigen Alben auf.

Nach den Duetterfolgen verfolgte Marcia ihre Solokarriere mit Hilfe des Labels High Note und der einzigen etablierten weiblichen Reggaeproduzentin Sonia Pottinger, mit der sie einige Hits wie ihren eigenen Originalsong „Stepping Out of Babylon“ produzierte. Als Nächstes gründete Griffiths mit Judy Mowatt und Rita Marley die Band I-Threes, die Reggaelegende Bob Marley bei seinen Auftritten unterstützte. Heute ist die talentierte Sängerin immer noch damit beschäftigt, Songs zu produzieren und auf Tournee zu gehen, um ihren Beitrag zur weltweiten Verbreitung der Reggaemusik zu leisten.

 

Noel „Scully“ Simms (Perkussionist)
Noel „Scully“ Simms ist Perkussionist und Sänger für die Musikrichtungen Ska, Rocksteady und Reggae. Er spielte buchstäblich auf hunderten von Rocksteady- und Reggae-Studiosessions. In den 1960ern, aber auch danach, trat er in verschiedenen Bands auf, darunter The Aggrovators, The Revolutionaries, The Roots Radics, Big Youth, Dillinger und The Heptones. Er spielte auch für Jimmy Cliff. Bei den Aufnahmen findet man ihn unter vielen verschiedenen Namen wie Noel „Scully“ Simms, Noel „Skully“ Simms, Scully, Scully Simms, Skullie, Skully, Skully Simms, Zoot „Scully“ Simms, Mikey Spratt, Scollie, Zoot Sims und Skitter.

Sly Dunbar (Schlagzeuger)
Der Schlagzeuger Lowell Fillmore „Sly” Dunbar hatte zusammen mit dem Gitarristen Robbie Shakespeare internationalen Erfolg als Teil des Duos Sly & Robbie, das als beste Reggae- und innovativste Rhythmusgruppe gilt. Zusammen sorgte das Duo auf den wichtigsten Reggaeveranstaltungen für den richtigen Beat und gab sein geradezu telepathisches Zusammenspiel zum Besten. Darüber hinaus nahmen sie ihre eigenen Alben in den 80ern und 90ern auf und akzeptierten viele Einladungen bekannter Rockkünstler, deren Aufnahmen sie als Gastmusiker unterstützen sollten. Dunbar nahm auch einige Soloalben auf.

Er wurde 1952 geboren und war schon von klein auf begeistert vom Schlagzeug, sodass er sich sein eigenes Schlagzeug aus leeren Büchsen baute. Im Alter von 15 Jahren spielte er Schlagzeug in seiner ersten Band, den „Yardbrooms”. Nachdem er die Schule abgebrochen und sich kurzzeitig einen Job gesucht hatte, beschloss er, sich vollständig der Musik zu widmen. Er tat sich mit Dave & Ansell Collins zusammen, die den 16-Jährigen 1969 als Schlagzeuger für ihr Album „Double Barrell” engagierten. Nachdem er mit den Mighty Diamonds und U-Roy aufgetreten war, traf Dunbar Anfang der 70er den Bassisten Robbie Shakespeare bei einer Studioaufzeichnung des Produzenten Bunny Lee. Die beiden freundeten sich sofort an und gründeten 1974 ihr eigenes Label Taxi Records, mit dem sie sich selbst als Produktions- und Rhythmusgruppe vermarkteten. Sie machten sich sehr schnell einen Namen und wurden von Reggaegiganten wie Bob Marley, Jimmy Cliff und Burning Spear engagiert. Jedoch kam der richtige Durchbruch des Duos erst 1976, als Peter Tosh ihren Beat für seinen Song „Legalize It” nutzte und sie zwei Jahre später als Teil seiner Band mit auf Tournee nahm. Die wachsende Bekanntheit und Nachfrage sorgte für Dunbars und Shakespeares Erfolge als Produzenten, Musiker und Labelchefs, vor allem als Taxi eine Vielzahl wichtiger Aufnahmen mit Sly & Robbie als Backgroundmusiker veröffentlichte.

Dunbar brachte 1976 seine Solo-LP „Simply Sly Man” und 1977 „Sly, Wicked and Slick” auf den Markt. Die erste offizielle Veröffentlichung von Sly & Robbie kam 1981 mit „Sly and Robbie Present Taxi”, dem im darauf folgenden Jahr Dunbars letztes Soloalbum „Sly-Go-Ville” folgte. Im Anschluss daran wurden noch eine Vielzahl von Alben mit seiner Mitwirkung produziert, wobei einige ausschliesslich in Jamaika veröffentlicht wurden; die nennenswertesten sind „Rhythm Killers” (1987) und „Dubs for Tubs: A Tribute to King Tubby” (1990), die die Veränderung der Stilrichtung des Duos in den 80ern von Reggae zu Dub zeigen.

Während des gesamten Jahrzehnts arbeiteten sie stets mit anderen Künstlern zusammen: darunter sind unter anderem Black Uhuru und verschiedene Pop- und Rockkünstler wie Grace Jones, Mick Jagger, Bob Dylan und Herbie Hancock zu nennen. In den 1990ern konzentrierten sich Dunbar und Shakespeare vermehrt auf Dancehall-Musik und versuchten, den Reggaebeat im Ausland wieder beliebter zu machen. Sie arbeiteten auch mit Rappern aus Amerika bei Alben wie „Silent Assassin” zusammen. 1997 produzierte Dunbar den Chartstürmer „Dancehall Queen” für Beenie Man.

 

Bongo Herman (Perkussionist)
Bongo Herman (mit bürgerlichem Namen Herman Davis) spielte Schlagzeug für hunderte von Rocksteady- und Reggaeproduktionen. Er begann seine Studioaufnahmen 1969 mit Les Davis als Duo Bongo & Les. In den 1970ern gründete Herman das Duo Bongo Herman & Bingy Bunny. Sie erzielten grosse Erfolge mit den Songs „Chairman of the Board”, „Know Fari”, „Feel Nice” und „Tribute to the President”. Herman ist darüber hinaus auch ein Nyahbinghi-Drummer. Nyahbinghi wird bei spirituellen Rastafari-Versammlungen, so genannten 'Grounations' gespielt und besteht aus ununterbrochenem Trommeln und Sprechgesang. Manchmal ist auch eine Gitarre oder ein Blasinstrument beteiligt. Das Schlagzeug, das gewöhnlich aus drei Handtrommeln verschiedener Grösse (Bass, „Fundeh“ [zylinderförmige Trommel] und „Keite“ (Repeater)) besteht, hatte einen grossen Einfluss auf die ersten Aufnahmen jamaikanischer Musik – zum Beispiel den Hit „Oh Carolina“ von den Folks Brothers im Jahr 1960. Hermans neueste Veröffentlichung ist „Abyssinians and Friends – Tree of Satta” (2004).

 

Rita Marley
Rita Marley wurde in Trenchtown als Tochter eines Jamaikaners und einer Kubanerin geboren. Mit bürgerlichem Namen heisst sie Alvarita Constancia Anderson. Ihr Vater Leroy Anderson war ein Musiker, der Tenorsaxophon, Altsaxophon, Schlagzeug und Bass spielte. Ihre Mutter Cynthia Jarrett und ihre Tanten sangen im Kirchenchor. „Meine Tante war Schneiderin. Während dem Nähen sang sie immer. Ich sass neben ihr auf der Bank und sie erzählte mir von Harmonik, Hauptstimme, Solos, Sopranstimme und Altstimme. Sie zeigte mir, wie man einen perfekten Zusammenklang erreichte. Deshalb mag ich es, eine Harmoniesängerin zu sein“, sagt sie.

Rita traf Bob Marley, als sie beide noch Teenager waren. Bob sang schon unter dem Namen Robert Nesta Marley mit seiner Band, den Wailers. Die Band lebte in Trenchtown und Rita beobachtete, wie sie während ihrer Tournee an ihrem Haus vorbeizogen. Schon bald ging sie zu dem Hof, auf dem Marley mit seiner Band probte. Rita erinnert sich: „Bob verbrachte fast seine ganze Zeit auf dem Hof, auf dem seine Freundin Ta Ta lebte. All seine Freunde der Third Street, Fourth Street, und Fifth Street trafen sich dort. Hier spielte die Musik. Sie sassen am lodernden Feuer und kochten Maisbrei oder Reis mit Kokosnussmilch. Es war genug für alle da. Kinder kamen zum Essen, weil sie hungrig waren... Ich selbst verbrachte dort auch viel Zeit…Wir hatten nicht viel, aber wir waren glücklich...Manchmal gingen wir hungrig zu Bett, doch die Liebe stärkte uns … Armut prägte unser Leben.” Rita trat mit ihrem Cousin Constantine „Dream“ Walker und Marlene „Precious“ Gifford als Gesangstrio The Soulettes in Clubs, auf Konzerten und auf Beachparties auf, bevor ihre professionelle Gesangskarriere ihren Lauf nahm. „Eines Tages lud Bob uns in Coxsones Studio One ein, wo er arbeitete und sagte uns, dass wir uns gut anhörten und anfangen sollten, Musik aufzunehmen”, erzählt Rita Marley. Die Soulettes nahmen „I Love You Baby“ mit Rocksteadysänger Delroy Wilson auf, der Harmonien sang.

„Studio One war wie Motown, wo wir uns schon morgens trafen und bis zum nächsten Tag blieben. Es war wie unser Zuhause und gleichzeitig wie eine Universität für uns. Wir arbeiteten und probten den ganzen Tag. Ausser Bob, Peter und Bunny waren da noch andere Sänger wie Joe Higgs, die Paragons und Delroy Wilson… Wir wurden nicht bezahlt. Es ging nicht ums Geld. Es ging darum, Musik zu produzieren und es mit unserer Musik ins Radio zu schaffen. Wir wollten, dass man unsere Botschaft hörte”, sagt sie. Rita und Bob heirateten 1966 und lebten in Trenchtown. „Die talentiertesten Musiker Jamaikas kamen nach Trenchtown”, sagt sie. „Wir waren von Armut umgeben. Unsere Stimmen hatten einen flehentlichen Klang. Unser Gesang kam direkt aus unserem Herzen. Wir sangen, was wir fühlten. Wir sangen nicht die Lieder anderer, wir sangen unsere eigenen Lieder. Unser tägliches Leben floss in unsere Musik ein.”

I THREES
Rita Marley traf Marcia Griffiths und Judy Mowatt in den späten 1960ern. Rita Marley erzählt: „Marcia gab ein Konzert in einem Club in New Kingston und sie lud Judy und mich ein, ihre Harmoniesängerinnen zu sein. Wir erhielten so grossen Beifall, dass wir uns dazu entschlossen, eine Band zu gründen... 1974, als Bunny und Peter die Wailers verliessen, fragte uns Bob schliesslich, ob wir für ihn Harmonien singen würden. .. Das Nächste, an das ich mich erinnere, ist, dass wir einen Hit landeten und auf Tournee gingen. Wir waren glücklich aber noch längst nicht bereit für eine Tournee, weil wir kleine Kinder hatten… Doch weil Bob es so ernst nahm und so viel dafür gab, sahen wir, wie sich sein Traum erfüllte, mit Musik die ganze Welt zu erreichen, erfüllte. Wir sangen „One Love, One Heart”, „Get Up, Stand Up” und so weiter… Wir hatten beschlossen, durch unsere Musik zu Botschaftern zu werden. Unsere Musik war nicht nur zum Tanzen gedacht. Wir wollten der Welt eine Botschaft überbringen. Und das gelang uns auch.”

 

Robbie Lyn (Pianist)
Während seiner musikalischen Karriere, die mehr als drei Jahrzehnte umfasst, produzierte Robbie Lyn ausdrucksstarke, harmonische Musik als Keyboarder, Komponist und Arrangeur für verschiedene Künstler. Lyn war 6 Jahre lang Mitglied von Peter Toshs Band Word, Sound and Power und nahm an dem historischen One Love Peace Concert am 22. April 1978 im Nationalstadion in Kingston teil. Das Konzert fand zur Zeit des Bürgerkriegs zwischen der Jamaican Labour Party und der People’s National Party statt. Es erreichte seinen Höhepunkt mit dem Auftritt von Bob Marley & The Wailers und ihrem Song „Jammin”. Marley griff nach den Händen der politischen Rivalen Michael Manley (PNP) und Edward Seaga (JLP) und führte sie zusammen. Kürzlich veröffentlichte Lyn das instrumentelle Album „Making Notes” in Zusammenarbeit mit Topmusikern wie Glen und Dalton Browne, Robert Browne, Sly Dunbar, Dwight Pinkney, Cat Coore, Mikey Chung, Dean Fraser, dem inzwischen verstorbenen Errol Hird, Everald Gayle, Nambo Robinson, David Madden, Earl „Chinna“ Smith, Chico Chin und Uziah „Sticky“ Thompson als Perkussionist sowie Pam Hall und Nadine Sutherland, die für die harmonische Begleitung sorgten. Wenn Lyn gerade einmal nicht in einer jamaikanischen TV-Show wie Startime auftritt, tourt er durch die Karibik, Europa, die USA und Japan.

 

Calvin „Bubbles“ Cameron (Posaunist)
Calvin „Bubbles” Cameron ist ein bekannter Posaunist, der seit Jahrzehnten Ska-, Rocksteady- und Reggaemusik spielt. Er spielte Posaune für Tommy McCooks Supersonics, Count Ossies Mystic Revelation, The Light of Saba und The Skatalites. Insgesamt wirkte Cameron an mehr als 25 Studioalben mit. Mit seiner Posaune war er auf den Alben „Liberation Ska”, „Light of Saba“, „United Africa“ und kürzlich „Wareika Hill Sounds” vertreten. Das letztgenannte Album ist auch bekannt für sein Nyahbinghi-Trommeln.

U-Roy (DJ)
Ewart „U-Roy” Beckford wurde 1942 in Jonestone, Jamaika, geboren und wurde zu einem der bekanntesten und beliebtesten DJs der Insel. Obwohl er nicht der erste DJ oder der erste Musik produzierende DJ war, kreierte U-Roy einen so einzigartigen Stil, dass er damit die Musikszene Jamaikas für immer revolutionierte. U-Roys Musikkarriere begann 1961, als er damit anfing, als DJ für verschiedene Sound-Systems tätig zu sein, darunter auch als zweiter Mann neben King Stitt „The Ugly One” für „Coxsone” Dodd. In den späten 1960ern begann er seine Arbeit mit King Tubby bei Duke Reids Sound-System. Tubby experimentierte gerade mit seiner Anlage und erfand dabei die Dub-Musik. Mit U-Roy als seinem berühmtesten DJ und unter Verwendung einiger der besten Rocksteadyrhythmen der Treasure Isle Studios wurde King Tubbys neuer Sound aussergewöhnlich beliebt und U-Roy wurde zu einem jamaikanischen Superstar. Er nahm „Dynamic Fashion Way” auf, die 1969 erschienene erste erfolgreiche Aufnahme für Keith Hudson. U-Roy arbeitete danach mit fast allen Produzenten der Insel zusammen: Lee Perry, Peter Tosh, Bunny Lee, Phil Pratt, Sonia Pottinger, Rupie Edwards, Alvin Ranglin, Lloyd Daley und Duke Reid. Seine vielen Singles, darunter „Wake the Town“ und „Wear You to the Ball”, sorgten für einen stetig wachsenden Erfolg. U-Roy entwickelte in seinen Songs einen einzigartigen Sprachgesang, der in New York von Afro-Amerikanern aufgegriffen und Rap genannt wurde. U-Roys Erfolg wurde durch sein Album „Dread in a Babylon” fortgeführt, das von „Prince” Tony Robinson produziert wurde.

In den frühen 1980ern war U-Roy einer der grössten Stars der Insel geworden. Er erwarb sich auch einen bedeutenden Ruf in Grossbritannien, wo er mit dem Produzenten Mad Professor und Künstlern wie Yabby You, Aisha, Sandra Cross und Susan Cadogen zusammenarbeitete. U-Roy wurde am 15. Oktober 2007 von der jamaikanischen Regierung mit dem ‚Order of Distinction’ ausgezeichnet.